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roller-dauertest

SUZUKI ADDRESS 110, KILOMETERSTAND 8284


Text: Redaktion
Fotos: Suzuki, Motomobil
 

KLEINER GEIZKRAGEN

Rollerfahren in der reinen Form. Eine Erinnerung daran, wie wenig für komfortable persönliche Mobilität tatsächlich notwendig ist


Suzuki Address 110

 
Mit Auslaufen der Euro-4-Abgasnorm wird mit dem Suzuki Address 110 eines der preiswürdigsten Angebote vom Rollermarkt verschwinden – aber das aktuelle Modell wird 2021 noch im Angebot sein.

Wer für kleines Geld unkompliziert und komfortabel auf Kurz- und Mittelstrecken unterwegs sein will, sollte sich den (seit 2015 gebauten) aktuellen Address sichern. Man ist damit in zahlreicher Gesellschaft – seit Beginn der Address-Baureihe im Jahr 1987 geht die Produktion auf mittlerweile fast eine Million gebaute Exemplare zu.

Um den Aktionspreis von 2290 Euro gibt es 6,7 kW (9,1 PS) aus 113 Kubik, die sich bei nur 97 Kilo fahrfertig so quirlig und spurtstark anfühlen wie ein „ausgewachsener“ 125er-Roller mit deutlich höherer Papierleistung. Souveräne Ampelstarts gelingen mit dem spontanen Motor und der gut abgestimmte Variomatik jederzeit. Bis zum Tempo von gut 70 km/h ist der Address durchsetzungsstark, erst darüber wird der Vorwärtsdrang etwas zäher.
Suzuki Address 110
Derzeit gibt es kaum einen Qualitätsroller, der sich
einfacher und unkomplizierter bewegen lässt
Suzuki Address 110
Der gebläsegekühlte Zweiventiler
läuft sehr kultiviert
 
Suzuki Address 110
Die Kombibremse hat mit dem leichten
Gewicht des Address kein Problem
Suzuki Address 110
„Nur“ 110 Kubik und 6,7 kW (9,1 PS)
reichen für freundliche Spritztouren
 

In der Praxis bedeutet das (je nach Windverhältnissen) echte Höchstgeschwindigkeiten über 90 km/h, damit lassen sich auch Distanzen zurücklegen. Weil der gebläsegekühlte OHC-Zweiventiler etliche reibungsmindernde Konstuktionsmerkmale aufweist (zum Beispiel rollengelagerte Kipphebel, kurzes Kolbenhemd), ist dabei der Spritkonsum sehr knausrig: Im „motomobil“-Langstreckentest wird zurückhaltende Fahrweise mit 1,8 Litern auf hundert Kilometer belohnt; eilige Etappen schlagen sich mit 2,4 Litern am Tankzettel nieder; auf gemischten Strecken mit ein bisschen Berg und Tal wird man selten über 2,2 Liter verbrauchen. Mit dem 5,2 Liter kleinen Tank kommt man also gute 200 Kilometer weit.
Suzuki_Address_110
Hier passt tatsächlich ein
Vollvisierhelm hinein
Suzuki Address 110
Insgesamt kann man dann
zwei Integralhelme verstauen
 

Die Handlichkeit und enorme Wendigkeit des Leichtgewichts können begeistern, und so hat auch die eher simple Bremsanlage (mit feststellbarer 120-Millimeter-Trommelbremse hinten) leichtes Spiel: Immerhin ist es ein wirksames Verbund-Bremssystem, die Verzögerung im Solobetrieb lässt keine Wünsche offen. Die Sitzposition ist geräumig, und die14-Zoll-Bereifung sorgt für guten Abrollkomfort; lediglich das hintere Einzelfederbein erledigt seine Aufgabe etwas knöchern – nach einiger Zeit kennt man alle Kanaldeckel der näheren Umgebung.

Das Cockpit und die – wenigen – Tasten an den Lenkerarmaturen mögen spartanisch wirken, wobei jedoch die konsequente Reduktion auf das Wesentliche für den Einsatzzweck des Address eher willkommen ist. Der vom Zündschloss aus fernentriegelbare Sitzbank-Gepäckraum nimmt einen Integralhelm auf und kann sich mit seinen 20 Litern Fassungsvermögen in der 125er-Klasse sehen lassen.
 
Sollte das nicht ausreichen, kann aus dem Suzuki-Zubehörprogramm die 30-Liter-Topbox (mit Trägerplatte um 127 Euro) auf den serienmäßigen Gepäckträger montiert werden. Mit ihrem geringen Eigengewicht (zirka zwei Kilo) beeinflusst sie das Fahrverhalten nicht merklich. Die beiden offenen Handschuhfächer in der Frontschürze sind nicht versperrbar; in der Mitte gibt es einen Gepäckhaken.
Suzuki Address 110
So wenige Knöpfe
braucht der Roller
Suzuki Address 110
Beim Armaturenbrett und an der rechten Lenkerarmatur
wird das simple Bedienkonzept besonders deutlich
 
Suzuki Address 110
Das Cockpit darf als Befreiung von der
Informationslawine empfunden werden
Suzuki Address 110
Trägerplatte und Topcase sind in einer
knappen halben Stunde montiert
 

Man benötigt keine Spezialwerkstätte für die Topcase-Montage: Es genügen zwei linke Hände, ein Zehner-Steckschlüssel, ein Inbus, ein Kreuzschraubendreher und höchstens eine halbe Stunde Zeit. Den Gepäckträger zur Aufnahme der Grundplatte hat der Address serienmäßig. Das Topcase mit Monolock-Verschlusssystem wird vom italienischen Zubehörspezialist GIVI erzeugt, und die Adapterplatte ist so konstruiert, dass sie auf die verschiedensten Rollermodelle passt.

Derzeit steht noch in den Sternen, ob und wann Suzuki einen Nachfolger für den aktuellen Address 110 präsentiert. Freunde der leichten und sparsamen Fortbewegung sollten sich den wahrscheinlich „letzten seiner Art“ rechtzeitig sichern.
Suzuki Address 110
Unterzug-Stahlrahmen ohne Überraschungen. Der
EFI-Motor bezieht Infos aus zahlreichen Sensoren
Suzuki Address 110
Schlichter OHC-Zweiventiler mit vielen
Tricks für sparsamen Spritverbrauch
 

TECHNISCHE DATEN: SUZUKI ADDRESS 110
Motor: 1-Zyl.-4-Takt, luftgekühlt, OHC, 2 Ventile, EFI; Hubraum: 113 ccm; Leistung: 6,7 kW (9,1 PS) bei 8000/min; Drehmoment: 8,6 Nm bei 6500/min; Getriebe: stufenlose Variomatik; Bremsen vo/hi: Combined Brake System Scheibe 190 mm/Trommel 120 mm; Bereifung vo/hi: 80/90-14, 90/90-14; Federweg vo/hi: 90 mm/105 mm; Radstand: 1260 mm; Sitzhöhe: 755 mm; Tankinhalt: 5,2 l; Gewicht (fahrfertig): 97 kg; Höchstgeschwindigkeit: ca. 95 km/h; Preis: € 2390,–; Vertrieb/Info:www.suzuki.at
 
Suzuki Address 110
Kipphebel mit Rollenlager zu den Nocken
vermindern die innere Reibung
Suzuki Address 110
Kolbenhemd mit kleiner Kontaktfläche,
spannungsarme schmale Kolbenringe
 

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