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SERVICE

MOTORRAD-/AUTOVERSICHERUNG: WAS MAN WISSEN SOLLTE


Text: Redaktion
Fotos: Pixabay.com (3), Motomobil (1)
 

VERTRAGSSACHE

Wir räumen mit den häufigsten Irrtümern bei Motorrad- und Autoversicherungen auf


001 Versicherungen

Motorräder und Autos
müssen in Deutschland
zwingend versichert sein


Wer ohne Versicherungsschutz ein Auto oder Motorrad fährt, macht sich in Deutschland gemäß § 6 PflVG (Pflichtversicherungsgesetz) strafbar. Zuwiderhandlungen werden beispielsweise mit einer Geldbuße von bis zu 180 Tagessätzen, Führerscheinentzug oder einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten geahndet. Der „Preis“ für die Nutzung eines nicht versicherten Fahrzeuges ist somit hoch. Fliegt man auf, wird es deutlich teurer als der Jahresbeitrag bei einer Assekuranz. Immer wieder tauchen zum Thema Versicherung irrtümliche Aussagen auf, womit wir nachstehend aufräumen möchten.

Das sind die Unterschiede zwischen Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung
Die Entscheidung, ob man eine Haftpflicht-, Teil- oder Vollkaskoversicherung abschließt, bleibt jedem selbst überlassen. Sie unterscheiden sich wie folgt:
•  Haftpflichtversicherung – sie kommt für Schäden auf, die der Motorrad- oder Autofahrer einem anderen zufügt
•  Teilkaskoversicherung – zum Beispiel Unwetterschäden und der Diebstahl von Einzelteilen des Fahrzeuges oder des Autos selbst sind zusätzlich versichert
•  Vollkaskoversicherung – sie bietet über Vorstehendes hinaus die Zahlung der Reparaturkosten nach Unfall am eigenen Fahrzeug auch bei Selbstverschulden und steht für Schäden durch Vandalismus ein

Jede Haftpflichtversicherung bietet ausreichende finanzielle Sicherheit
Viele Menschen entscheiden sich aus Kostenersparnis für die günstigste Variante der Motorrad- beziehungsweise Kfz-Versicherung, der Haftplicht. Sie stützen sich dabei auf die weit verbreitete Meinung, dass diese ausreichenden Schutz bietet. Für kleinere Schäden an anderen Personen oder Gegenständen mag dies zutreffen. Handelt es sich jedoch um einen schweren Unfall mit weitreichenden Folgen, kann dieser Kosten in Millionenhöhe nach sich ziehen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestdeckungssumme für
•  Personenschäden in Höhe von 7,5 Millionen Euro
•  Sachschäden in Höhe von 1,22 Millionen Euro
Mit diesen Mindestleistungen stellen sie die günstigste Haftpflichtversicherung dar, jedoch ist das Risiko groß, dass diese im schlimmsten Fall keine ausreichende finanzielle Sicherheit bietet. Versicherungsexperten empfehlen deutlich höhere Deckungssummen, teilweise zählen sie bereits zu den Standardangeboten. In der Regel können diese auch individuell gegen einen verhältnismäßig geringen Aufpreis vereinbart werden.


002 Versicherungen

Bei einem schweren Unfall mit mehreren
Fahrzeugen und Verletzten ist die
Mindestdeckungssumme oft nicht mehr ausreichend


Unfallversicherung für Mitfahrer ist wichtig
Um seine Mitfahrer abzusichern, ist keine Unfallversicherung notwendig. Grundsätzlich zahlt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers Schmerzensgeld und Schadenersatz für alle Verletzten, die auf dessen Motorrad oder in einem anderen Fahrzeug saßen. Dies gilt auch für Kinder und Ehepartner. Ausschließlich für den Unfallverursacher selbst tritt die Haftpflichtversicherung nicht ein.
Deshalb ist eine Insassenunfallversicherung, die es auch für Motorräder gibt, als eher unnötig anzusehen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen sie ihre Nützlichkeit unter Beweis stellen kann: Dies gilt zum Beispiel, wenn ein Fußgänger, der weder über eine Privathaftpflichtversicherung noch ausreichend Kapital verfügt, für einen Unfall verantwortlich ist. Handelt es sich um Fahrerflucht beim Unfallverursacher und wird dieser nicht ermittelt, stellt die Insassenunfallversicherung gleichfalls eine sinnvolle Hilfe dar.

Pflicht zur Einschaltung der Polizei bei jedem Unfall
Nicht jeder Unfall erfordert die Hinzuziehung von Polizeibeamten. Bei reinen Blechschäden kann man ruhig darauf verzichten. Empfehlenswert ist jedoch, dass die Unfallbeteiligten
•  Kennzeichen
•  Adressen und
•  mögliche Zeugen notieren sowie
•  Fotos von den beschädigten Fahrzeugen machen
Generell erfolgt durch die Polizei bei Unfällen mit Blechschäden keine Beweisaufnahme. Sie nimmt ausschließlich die Personalien auf. Ein Notruf muss hingegen unbedingt abgesetzt werden, wenn es Verletzte oder gar Tote gibt.

Die Einschaltung der Polizei macht ebenfalls Sinn, wenn
• die Schuldfrage unklar ist
• der Unfallgegner sich nicht ausweisen kann
• ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen beteiligt ist
• der Schuldige den Eindruck macht, unter Drogen- oder Alkoholeinfluss zu stehen
• es sich um einen Unfall mit Tieren handelt
• Treibstoff oder Öl am Unfallort ausgelaufen sind

Schäden durch Kollision mit Tieren ist durch Kaskoversicherung immer abgedeckt
Zwar sind durch Zusammenstoß mit Tieren Schäden am Fahrzeug durch die Kaskoversicherung abgedeckt, es gibt jedoch teilweise Einschränkungen. Das Augenmerk sollte auf dem Kleingedruckten liegen: So beschränken manche Versicherer ihre Leistungen auf Haarwild. Dem Bundesjagdgesetz lässt sich entnehmen, dass beispielsweise Dachse, Füchse, Hirsche, Rehe sowie – man höre und staune – Seehunde dazugehören. Nicht dazu gezählt werden unter anderem Eichhörnchen, Hunde, Kühe, Waschbären sowie Ziegen. Auf der sicheren Seite ist man, wenn im Vertrag nicht „Haarwild“, sondern „alle Tiere“ steht.

 

003 Versicherungen
 
In manchen Regionen wird man
häufiger von einer Kuh als von
Wildtieren auf der Straße überrascht



Nicht alles, was sich im Auto befindet, ist mitversichert
Tatsache ist, dass eine Teil- oder Vollkaskoversicherung ausschließlich Schutz bei Diebstahl bestimmter Fahrzeugteile oder des Motorrades beziehungsweise Autos selbst bietet. Dazu gehören fest verbaute Radios sowie Multimedia- und Navigationssysteme. Hingegen wird alles, was nicht fest installiert ist und auch ohne das Fahrzeug verwendet werden kann, darunter
•  Smartphones,
•  mobile Navigationsgeräte,
•  weitere Gegenstände und
•  Gepäck
nicht mitversichert. Insbesondere bei Elektrofahrzeugen sollte man das Angebot einer Kaskoversicherung im Hinblick auf den Akku gründlich studieren. Die Mehrzahl der Assekuranzen hält spezielle Tarife sowie Konditionen bereit. Andere bieten besondere Zusatzleistungen für E-Motorräder und -Autos an. Bestenfalls findet sich im Vertrag der Hinweis auf die Mitversicherung von sogenannten ergänzenden Elektrobausteinen.

Nicht alle Fahrer müssen im Vertrag namentlich erwähnt sein
Viele Fahrzeugbesitzer denken irrtümlicherweise noch immer, dass die Haftpflichtversicherung bei einem Unfall nicht eintritt, wenn ein nicht aufgeführter Fahrer am Steuer beziehungsweise am Lenker saß. Dies ist jedoch falsch: Die Versicherung greift auch, wenn sich ein Verwandter, Freund oder Bekannter das Fahrzeug ausleiht – eine Meldepflicht des Besitzers gibt es für diese Fälle nicht.
In der Regel muss dieser jedoch im Nachhinein mit finanziellen Folgen rechnen. Verursacht ein nicht im Vertrag genannter Fahrer einen Unfall, kann die Versicherung nachträglich den Beitrag einfordern, der bei korrekter Angabe des Fahrerkreises von Anfang an fällig geworden wäre. Teilweise stehen sogar Strafzahlungen im Raum, beispielsweise wenn Versicherungsnehmer aus Kostenersparnisgründen bewusst Fahrer verschweigen, obwohl diese das Fahrzeug häufig nutzen. Sie kommen jedoch nur selten vor, denn die Versicherung muss den Nachweis für vorsätzliches Handeln seitens des Kunden erbringen.


004 Versicherungen

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