E-BIKE-TEST
SEV eTRICKS OFF ROAD eTRICKS OFF ROAD VON SEVText: Matthias Hauptmann
Fotos: Michael Bernleitner SPASS MIT ELEKTRICKDer beliebte französische E-Scooter von SEV hat jetzt einen geländegängigen Bruder. Wir fahren über Stock und Stein![]() Die Franzosen wissen, wie man robuste Spaßgeräte baut: Hochwertige Bremsen und Federelemente aus dem Mountainbike-Bereich funktionieren immer und überall, gleichzeitig halten sie das 32-Kilo-Leichtgewicht am Boden. Ein erster Rundgang um das eTricks Off Road offenbart saubere Schweißnähte, gute Verarbeitung und eine bewusste Reduktion auf das Wesentliche. Nichts liegt exponiert, sodass auch Kontakt mit Steinen oder ein Sturz nicht gleich für arge Schäden sorgen kann – mehr als ein Kratzer im Glanzlack des Rahmens sollte kaum passieren. Ein wenig ungewöhnlich muten vielleicht die drehbaren Pedale anstelle von Fußrasten an – dafür haben sie den Vorteil, bei jeder möglichen oder unmöglichen Fußstellung des Fahrers im richtigen Winkel zu stehen. Dank Mittelmotor und im Rahmenrohr verstecktem Akku ist das eTricks Off Road schön ausbalanciert. Zudem schleppen die Räder mit dieser Bauweise kein unnötiges ungefedertes Gewicht mit, was die langhubige Federung erwartungsgemäß mit gutem Ansprechverhalten belohnt. Auf in den Gatsch! Der Schotterweg ist aber schon ein bisserl steil, oder? Mit einem leichten Anfahr-Ruck setzt sich das eTricks Off Road in Bewegung. In flotte Bewegung! Das marschiert mit dem 80-Kilo-Fahrer und 36 km/h kerzengerade den Berg hoch, als wäre das nix. Mountainbiker sind da längst am kleinen Kettenblatt und im einstelligen km/h-Bereich. Querrinnen werden vom Fahrwerk brav geschluckt, die Ergonomie entspricht einem Mountainbike und passt einfach. Rasch vermittelt das Off Road Sicherheit sowie den Eindruck, dass es alles kann. Also ab in den Fichtenwald neben der Schotterstraße, den Segen des Waldeigentümers haben wir. An größeren Wurzeln darf der Fahrer gern mitarbeiten – so ein kleines 20-Zoll-Rad im BMX-Format bleibt halt schon leichter als sein Mountainbike-Pendant mit 26 Zoll wo hängen, wenn man nur auf den Federweg vertrauend wie ein nasser Sack am Sitz hockt. Das Handling im Wurzelwerk macht aber so viel Spaß, dass man gern aktiv wird: Wurzel voraus, also Gewicht nach hinten, Zug am Lenker und „Vollgas“. Mit erhobenem Vorderrad verschwindet die Wurzel unter Fahrer und Bike. Und die gleich darauf folgenden Wurzeln werden auch nur vom Hinterrad berührt. Als Spaßgerät schlägt sich das eTricks Off Road jedoch ganz hervorragend: Kaum Eingewöhnungszeit und immer und überall eine Performance, die man dem leichten Gerät nie zugetraut hätte. Die Sache mit dem Anfahr-Ruck ist auch schnell geklärt: Im straßenzulassungsfähigen eTricks Citizen und im Serienzustand des Off Road hat es den nicht, weil ein Zwischenstecker in der Regelelektronik das Drehmoment beim Losfahren begrenzt. Im Gelände ist aber spontaner Krafteinsatz erwünscht, weshalb der Stecker gleich einmal in der Werkzeugkiste verschwindet. Der leichte Ruck ist dabei ein Preis, den man für die überzeugende Performance und den direkten Krafteinsatz leichten Herzens bezahlt. Der 768-Wattstunden-Akku hält im Gelände zirka eine Stunde lang durch.
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